Munich Media Watch

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Second Screen Film „App“

Wie bekommt man die „Digital Natives“ dazu am Montag-Abend ZDF statt Pro7 zuschauen? Mit der Ausstrahlung des niederländischen Second-Screen-Films „App“.

von Julia Anton

DSCN1082Im Vorfeld lade ich mir die kostenfreie App zum Film auf mein Tablet. Anhand der Audio-Signale erkennt sie, an welcher Stelle des Films ich gerade bin und blendet zusätzliches Material ein. Zusatzunterhaltung für alle wie mich, denen nur fernsehen nicht mehr ausreicht.

„App“ handelt von der Studentin Anna (gespielt von Emma-Watson-Double Hannah Hoekstra), die nach einer durchzechten Nacht plötzlich die Applikation „Iris“ – rückwärts Siri, Apples Sprachprogramm – auf ihrem Handy findet. Bei „Iris“ handelt es sich um eine äußerst intelligente Spyware, die ein Eigenleben entwickelt hat: das Versenden eines Sex-Tapes von Annas Mitbewohnerin sowie das heimliche Aufzeichnen von der duschenden Anna gehören dabei noch zu den harmloseren Aktionen. Schnell muss die Protagonistin mit ansehen, wie jeder, der versucht, die Iris wieder los zu werden, auf die eine oder andere Weise das Zeitliche segnet.

Die erste Hälfte des Filmes verbringe ich damit, darauf zu warten, das sich auf meinem Tablet was tut, und das ist zunächst wenig. Erst in der zweiten Hälfte wird „App“ doch noch richtig spannend. Das Tablet leuchtet immer wieder, zeigt mir das Geschehen aus einem anderen Kamerablickwinkel, Chat-Konversationen oder einen Zeitungsartikel. Aufgeregt fiebert man des Rätsels Lösung entgegen – wer steckt hinter dem ganzen und warum ist Iris ausgerechnet hinter Anna her? Leider wird man aus der packenden Verfolgungsjagd und dem finalen Showdown auf dem Krankenhausdach nicht wirklich schlau.

Das Second Screening ist interessant, aber definitiv ausbaufähig – Details zum Unfall von Annas Bruder zum Beispiel hätten dargestellt werden können. Weiterhin kann man mit der App den Trailer und eine Bildergalerie anschauen und mehr über die Darsteller lesen – braucht man eigentlich nicht. Spaß gemacht haben Film und „Second Screen“ trotzdem.

Von anderen Kritikern abgetan als ein schwacher Versuch, sich zu verjüngen, muss ich doch sagen, geklappt hat’s. Gerne mehr, für weitere Filme würde ich mir nur eine runde Geschichte und einen größeren und effektiveren Einsatz des Second Screens wünschen. Twitter-Fans sollten sich mit zwei Geräten bewaffnen, da man die App die ganze Zeit geöffnet lassen muss.

Über Julia Anton

22, 55. Lehrredaktion an der DJS/LMU.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 4. Juni 2014 von in Gesehen und getaggt mit , , , , , .

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