Munich Media Watch

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Abschied vom stummen Verkäufer

Die Welt kompakt, die Welt am Samstag und die Welt am Sonntag verabschieden sich in München vom Vertriebsmodell des stillen Verkäufers. Dies lässt sich zumindest den Aushängen entnehmen, die seit 1. Juni in den Welt Kompakt– Zeitungskästen zu finden sind.

IMG-20140610-00164 Möchte man mehr über die Beweg- und Hintergründe des Verlags erfahren, gestaltet sich die Recherche jedoch schwierig. Die Pressestelle des Axel Springer Konzerns reagiert auf mehrere Anfragen nicht. Die Welt Gruppe ist seit 1952 Teil des Mediengiganten. In Redaktionskreisen der Welt am Sonntag ist man ahnungslos und wünscht sich selbst mehr Informationen über die Einstellung dieser Vertriebsform. Offizielle Statements gibt es natürlich keine, lediglich der Verweis auf den großen Mutterkonzern. Dass die Kommunikationspolitik zwischen Vertrieb und Redaktion nicht optimal läuft, ist offensichtlich.

Es bleibt nur die Spekulation: Die Welt Kompakt, die seit 2004 exisitiert und in einem kleineren, halbnordischen Format erscheint, sowie die Wochenendausgaben der Welt scheinen im stummen Diener nicht mehr rentabel zu sein. Interessant wäre die gesamtstrategische Enordnung seitens des Verlags bzw. des Vertriebs gewesen. Doch Fragen bleiben offen, denn sowohl Verlag, als auch Verkäufer bleiben – ja man ahnt es – stumm. Der Slogan der Welt Kompakt wirkt in diesem Zusammenhang geradezu provozierend: ´Update gefällig?`. Ja, ich bitte darum.

 

 

IMG-20140610-00166Nachtrag

Schließlich doch noch Statement von Axel Springer Pressestelle erhalten. Es lautet wie folgt:

 „In der Tat hat die WELT-Gruppe im Rahmen ihrer Auflagenstrategie für WELT Kompakt und WELT am SONNTAG Kompakt teilweise Verkäufe aus sogenannten Verkaufsautomaten eingestellt. Für beide Titel konzentriert sich die WELT-Gruppe auf den Einzelverkauf am Kiosk. Der Abbau der Verkaufsautomaten bzw. –boxen folgt der Strategie, sich auf wirtschaftliche Auflagenbestandteile zu konzentrieren. „

Also offizielle Bestätigung: die stummen Verkäufer waren unwirtschaftlich. Bleibt abzuwarten, ob andere Verlage diesem Beispiel folgen werden.

Über Natalie Berner

Studentin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung. Mag Zeitung auf Papier, Fernsehen on-demand und Fragen in die Tiefe.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 16. Juni 2014 von in Aufgefallen und getaggt mit , , , , , .
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