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Post Schirrmacher: Was bleibt

Die  öffentliche Debatte erlangte durch ihn neuen Schwung. Frank Schirrmacher zeigte, wie man Gesellschaft gestalten kann. Jetzt ist er tot. Sein Vermächtnis ist seine Überzeugung, die er gelebt hat. Er hinterlässt Hoffnung für eine trauernde Medienbranche.

Von Lisa Hasenbein

schirrmacherFAZMit gerade einmal 35 Jahren wurde Frank Schirrmacher 1994 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu diesem Zeitpunkt war er zehn Jahre als Redakteur im Feuilletonresort des Blattes tätig gewesen. Feuilleton, wer liest das denn noch? Oft hört man heute Aussagen wie diese. In der Tat schmelzen die Leserzahlen des Kulturteils immer mehr weg. Großer Aufwand und Umfang, wenig Beachtung – da zweifelt man schnell an der Zukunft der Zeitung. Vielleicht liegt aber auch genau darin die Chance des Mediums. Weg vom Häppchenjournalismus, hin zu mehr Dahinterblicken anstatt nur Draufgucken – mehr lesen und weiter denken. Frank Schirrmacher zeigte, wie das funktioniert.

„Auf die Menschen kommt es an. Und er wollte einmal zu denen gehören, auf die es ankommt. Was er geschafft hat, leider für zu kurze Zeit“, schreibt die FAZ.

Schirrmacher war mehr als ein einfacher Kulturmensch. Er war nicht nur Gesellschaftskritiker und definitiv kein gewöhnlicher Publizist. Wie es die SZ formuliert: „Einer jener Intellektuellen des 21. Jahrhunderts, die auf dem Scheitelpunkt zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften eine Zukunft erkannten, die von den Technologien getrieben neue Welten eröffneten.“

Was Schirrmacher hinterlässt, ist „im Digitaldiskurs nicht bloß eine Lücke, sondern ein Vakuum“, schreibt Sascha Lobo in seiner Kolumne auf Spiegel Online.  Jetzt ist es an den jungen Nachfolgenden, dieses Vakuum wieder zu befüllen. Die angeschnittenen Gespräche fortzuführen, die Meinungen auszusprechen und all die Gedanken zu artikulieren. Frank Schirrmacher selbst kann es nicht mehr tun, aber er hat uns die Anleitung dazu hinterlassen und wir können voller Elan – fern von Ideologie und Vorurteilen – seinem Vorbild folgen: Uns der Debatte stellen.

Über Lisa Hasenbein

Studentin, Medienfutzine und Psychologin von morgen. Auch bekannt als Weltenbummlerin und Geschichtensammlerin. Überzeugt davon, dass jede Frage eine Antwort verdient und es von guten Geschichten nie genug gibt. Das Leben ist ein Buch – lies es, schreib es – jeden Augenblick aufs Neue.

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