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Wenn Facebook auf Satire trifft

Die Leser des Postillon lassen sich klar in zwei Gruppen einteilen: diejenigen, die Satire verstehen, und diejenigen, die es nicht tun. Eine Gemeinsamkeit haben sie: beide müssen ihr (Nicht-)Verstehen in den Kommentaren kundtun. Dies nahm die Zeitung zum Anlass, ihre Facebook-Leser mal aufs Korn zu nehmen.

von Julia Anton

Dass nicht jeder Satire versteht, ist schon länger bekannt. Auch mich irritierte die Schlagzeile „Bitter! WM-Aus für Deutschland“ für einen kurzen Moment. Die Neugier siegte, der Klick auf den Artikel lohnte sich. Genau genommen stimmt’s ja auch: die WM ist vorbei, die National-Elf sogar schon wieder auf deutschem Boden gelandet. Dabei hätte man der Mannschaft rund um Jogi Löw gerne noch ein Weilchen zugesehen, trotz der nervenzehrenden Schrecksekunden, wenn Manuel Neuer den Strafraum mal wieder verlassen musste. „Stattdessen wurde das Team mit einer hässlichen Skulptur und einem feuchten Händedruck von FIFA-Präsident Sepp Blatter abgespeist“, fasst Der Postillon das Gesehen treffend zusammen. Lesen Sie’s am besten selbst.

Gefundenes Fressen für hunderte mehr oder weniger satire-empfängliche Facebook-User. Während die eine Hälfte in teilweise schlechtem Deutsch und mit wüsten Beleidigungen freundlicherweise versuchte auf den vermeintlichen Irrtum aufmerksam zu machen, erfreute sich die andere Hälfte an ihrer (scheinbar) größeren Intelligenz.

Die Redakteure reagierten vorbildlich und schlachteten die Reaktionen gekonnt für sich aus: Eine Auswahl aus den schönsten Kommentaren der ersten Hälfte wurde in einem Facebook-Post präsentiert. Die Schadenfreude der Satire-Verständigen hielt sich aber nicht lange,  denn kurz darauf wurden sie selbst in die Pfanne gehauen. Personifiziert als junger, hobbyloser Student Timo Fischer widmete der Postillon seinen Unterstützern sogar einen ganzen Artikel: „Facebook-Nutzer ist allen anderen überlegen, weil er Satire kennt.“ Leserkommunikation 2.0.

postillon

Ob jetzt wohl mal Ruhe ist? Vermutlich nicht. Bis dahin Danke an den Postillon für dieses treffende Portrait über gelangweilte Facebook-User.

 

Über Julia Anton

22, 55. Lehrredaktion an der DJS/LMU.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 18. Juli 2014 von in Aufgefallen und getaggt mit , , , , , , , , , .
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