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Auf der Suche nach der großen Liebe: Bachelorette 2014

„Ich habe heute leider kein Foto keine Rose für dich.“ Mit diesem Satz befördert die Bachelorette Anna die Kandidaten ins Aus. RTL sammelt mal wieder Anwärter für die nächste Runde Dschungelcamp.

von Julia Anton

Mit Herzblatt im Ersten fing alles an. Die große Liebe sucht man nicht länger im wahren Leben, sondern vor der Kamera. Das können wir auch, fanden die privaten Sender. Es entstanden Formate wie Schwiegertochter gesucht, und ungeschlagen: Bauer sucht Frau. Oder eben der Bachelor. Oder genauer gesagt: die Bachelorette.

20 Kandidaten im Rennen um Blondine Anna. Viel Testosteron, viele Küsschen, rote Rosen. Wie beim Vorstellungsgespräch tritt ein Mann nach dem anderen zum Kennenlernen an. Der erste Eindruck zählt, noch am gleichen Abend werden vier wieder nach Hause geschickt. Keine Rose. Die Männer sind Geschmackssache, vom Softie bis zum Macho ist alles dabei. Lieblingssatz von Anna: „Also was ich an Thomas/Marvin/Johannes so toll finde ist, dass er ganz anders ist als die anderen!“

Die Suche nach der Antwort auf die Frage, warum jemand bei dieser Sendung mitmacht, ist deutlich spannender als die Sendung selbst. Anna will die große Liebe finden. Die Männer auch. Warum das nur im Fernsehen geht, weiß auch keiner – anscheinend hatten aber 3000 andere Mädels ebenfalls Interesse.
Deutlich einfacher herauszufinden ist es, wer die Sendung überhaupt guckt. Mit 2,57 Millionen Zuschauern relativ überschaubar und damit auch nur halb so stark wie das Pendant Der Bachelor im Januar. Da sind zum einen die Journalisten. Ob SZ, Stern oder Spiegel: Den TV-Kritiken nach zu urteilen haben alle eingeschaltet. Zum anderen das gewöhnliche Fußvolk, dass sich den TV-Protagonisten dabei überlegen fühlen kann. Downward-comparison nennt man das dann, fällt bei der Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung in dieser Bachelorette-Folge aber etwas mau aus.

Vielleicht wird’s ja noch spannend, einfach mal die nächsten TV-Kritiken abwarten. An dieser Stelle möchte ich noch auf eine ganz besonders gelungene Kritik aufmerksam machen: die Frauenzeitschrift Jolie trifft den Nagel auf den Kopf.

Übrigens: alle, die nicht genug bekommen können, können die Staffel mit der ersten Bachelorette Monica Ivancan bei RTL now nachgucken. Außerdem will der Sender im September das niederländische Format „Adam sucht Eva – gestrandet im Paradies“ senden (ja, es geht noch schlimmer!). RTL II plant währenddessen mit Kay One „Prinzessin gesucht!“. Der Teilnehmer-Nachschub für das Dschungelcamp 2015 ist somit schon mal gesichert.

Über Julia Anton

22, 55. Lehrredaktion an der DJS/LMU.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 23. Juli 2014 von in Gesehen und getaggt mit , , , , , , , , , , , , .

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