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Devious Maids – Desperate Housewives 2.0

Lateinamerikanisches Feuer trifft auf die Upper Class von Beverly Hills. Fünf verführerische Dienstmädchen heizen dem Mittwochabend auf ProSieben ein.

Von Nadine Cibu 

Devious Maids oder auf Deutsch Hinterlistige Hausmädchen läuft seit Juni 2013 im amerikanischen Fernsehen und seit drei Wochen nun auch auf ProSieben. Die Serie erzählt die Geschichte fünf lateinamerikanischer Hausmädchen, die der Upper Class von Beverly Hills dienen.

Das Cluedo-Spiel beginnt bereits in der ersten Folge: Das Dienstmädchen Flora wird ermordet und stürzt während einer High-Society-Party in den Swimmingpool. Die Dame des Hauses, Evelyn Powell, ist außer sich – jedoch wegen des Verlustes ihrer Reinigungskraft.

„Wer soll das alles sauber machen?“

Ein junger Kellner, der auch Liebhaber der Verstorbenen ist, wird mit der Waffe entdeckt und des Mordes angeklagt. Seine Mutter versucht ihn ab sofort vor dem Tod zu bewahren und schleicht sich als Haushälterin in eine der reichen Familien ein.

Oberst von Gatow im Arbeitszimmer mit dem Dolch? Jetzt darf das Publikum einmal die Woche miträtseln und den Mädchen bei ihrer Arbeit zuschauen. Die sexy Latinas sind dabei alles andere als einfältig. Mit allen Wassern gewaschen, wie es die Produzenten bei Migranten selbstverständlich annehmen, versuchen sie ihren oberflächlichen Bossen einzuheizen.

Die Geschichte von fünf verführerischen Frauen, denen das Leben immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht, kommt einem nur allzu bekannt vor. Devious Maids scheint die Latino-Version der Serie Desperate Housewives zu sein (aktuell auf Sixx zu sehen). Diesmal jedoch Hausmädchen statt Hausfrauen.

Die Parallelen sind eindeutig: Bissige Dialoge (Das einzige was wir polieren, ist ihr Silber!), makellos schöne Hauptdarstellerinnen und -darsteller, Intrigen sowie Affären in der Nachbarschaft und natürlich viel nackte Haut. Wen wundert’s? Die Produzentin der Serie ist keine geringere als die ehemalige Hauptdarstellerin von Desperate Housewives, Eva Longoria.

Es geht aber noch weiter. Nicht nur das Skript wiederholt sich – nein auch die Schauspieler von Desperate Housewives haben sich hier her verirrt. Auch andere ehemalige (erfolgreiche) Serienstars wurden als Airbag eingesetzt. Beispielsweise die Krankenschwester Carla aus Scrubs verkörpert jetzt die kesse Zoila Diaz.

Resteverwertung iDMn einem alten – neuen Format. Originalität und Authentizität sind somit niedrig gehalten.

Den verruchten Hausmädchen ist es aber nicht zu verübeln, dass sie einem langweiligen Mittwochabend Abwechslung bieten können. Jedoch wohl ohne Tüte Chips. Bei diesen Maßen und hautengen Outfits. Glücklicherweise nicht nur bei den Frauen!

Drücken wir zwei Augen zu und vergessen, dass die Hausmädchen ein lateinamerikanischer Abklatsch der Hausfrauen sind, dann könnten Dialoge und Humor zum Zuschauen überreden.

Es ist auch keine Neuigkeit, dass amerikanische Produktionen mit Klischees und Stereotypen überladen sind. Sex Sells oder Mehr ist Mehr haben sich wahrscheinlich auch diesmal die Verantwortlichen gedacht.

Wer die Desperate Housewives vermisst hat, kann nun ihre braungebrannten Nachfolgerinnen mit scharf-rollendem R auf ProSieben anschauen und ihre schmutzigen Geheimnisse wöchentlich lüften beziehungsweise vorhersagen.

Devious Housewives oder Desperate Maids – oder doch Reich und Schön des 21. Jahrhunderts. Alt und doch irgendwie neu. Als bekennender Serienjunkie und Sklave des Mittwochabends von ProSieben hat Desperate Housewives 2.0 schon einen Fan mehr. Letztendlich bleibt es jedoch immer eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Über Nadine Cibu

"Von allem ein bisschen - Von einer inspirierenden Reportage, über die kitschige Arztserie, bis hinzu Beiträgen aus verschiedenen Ländern und in verschiedenen Sprachen. Ich lasse mich gerne von Medien und Journalisten überraschen und in ihre Vorstellung von Realität mitnehmen. Entweder - Oder gibt es bei mir nicht: Print oder Online, TV oder Radio - je nach Lust und Laune."

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 3. November 2014 von in Allgemein, Gesehen und getaggt mit , , .
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