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Wissenschaft – I f***cking love it

Wenn Mathe, Physik & Co. zum hippen Mainstream werden: Die Seite I fucking love Science zeigt, wie (Natur-)Wissenschaft im Internetzeitalter begeistert.

Von Antonia Brunet

Bildschirmfoto 2014-11-05 um 19.50.38Über 18 Millionen Facebook-Fans, 124.000 Follower auf Twitter und 200.000 Youtube-Abonnenten: I Fucking Love Science ist längst keine geheime Nerd-Fanpage mehr. Stattdessen erscheinen auf www.iflscience.com fast stündlich englischsprachige Beiträge aus Medizin, Biologie, Physik, Chemie, Astronomie und weiteren Themengebieten. Die Artikel sind dabei im Stil von 9GAG oder Buzzfeed gehalten – verständlich, informativ aber auch mal skurril. Die Seite richtet sich an begeisterungsfähige Generalisten und Wissbegierigen: Clever verortet zwischen Dummy-Text und kompliziertem Beitrag auf Nobelpreis-Niveau. Das Ergebnis ist ein gelungener Mix aus Physiker-Witzen, Zitaten und Neuigkeiten aus der Welt der Wissenschaft. Hier findet der Leser beispielsweise GIFs über das Körperinnere, ein Update über bizarre Wolkenformationen in Australien oder die Antwort auf die Frage, wie sich Wasser im Weltraum verhält.

Elise AndrewBegonnen hat alles im Jahr 2012: Die britische Biologiestudentin Elise Andrews veröffentlichte regelmäßig kuriose wissenschaftliche Fakten und coole Bilder als private Sammlung für Freunde auf der eigens dafür eingerichteten Facebook Seite I Fucking Love Science – und machte sich damit eine vermeintliche Männerdomäne zu eigen. Nach wenigen Tagen hatte sie schon weit über 1.000 Likes. Als die Seite noch populärer wurde, erstellte Elise Andrews auch die passende Website, um nicht immer nur auf Inhalte anderer Quellen verweisen zu müssen. Dort faszinieren seitdem hochwertige Beiträge in schönem Design. Der einzige Wermutstropfen sind in meinen Augen Werbung und Seitenaufbau, die „I Fucking Love Science“ etwas chaotisch wirken lassen. Hier ist noch Luft nach oben.

Nichtsdestotrotz, Elise Andrews hat die wahrscheinlich erfolgreichste Wissenschaftsseite in sozialen Netzwerke erschaffen und Naturwissenschaften massentauglich gemacht. Die Britin war bereits zu Vorträgen und Diskussionen eingeladen, erhält unzählige Projektanfragen und wird gegen Ende des Jahres eine Kooperation mit The Science Channel eingehen: Auf deren digitalen Fernsehsender Sci2 wird sie für I Fucking Love Science die besten Wissenschaftsvideos vorstellen.

Sicherlich wird Elise Andrews auch dabei wieder mit dem Vorurteil brechen, dass Wissenschaft trocken und langweilig ist!

Über Antonia Brunet

“Lieber Wochen- als Tageszeitung: Ausgiebig und ganz ohne Zeitdruck. Lieber Print- als Onlinemedien: Haptik rockt! Lieber Special Interest Zeitschriften als Sensationen für die Masse: Ich blättere in Dogs, deli & Co. Lieber private als öffentlich-rechtliche Sender: TV mit Unterhaltungswert.”

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 9. November 2014 von in Allgemein, Aufgefallen und getaggt mit , , , , , , , .

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