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Alle lieben Guido!

Guido Maria Kretschmer ist allgegenwärtig im deutschen TV. Zeit, das Guido-Phänomen mal genauer zu betrachten.

Von Melissa Raupach

Zappt man durch die privaten Sender, sieht man mehr als oft das nett lächelnde Gesicht des Guido Maria Kretschmer. Egal ob in Shopping Queen auf VOX, als Juror beim RTL-Supertalent oder als Werbegesicht für Actimel. Der gebürtige Münsteraner gehört zur Top-Riege der deutschen Fernsehstars und ist beim Publikum so beliebt wie kaum ein anderer.

Seit er im Januar 2012 mit dem VOX-Format Shopping Queen auf Sendung ging, ist er vor allem der Liebling der deutschen Frauen. Er kommentiert die zum Teil unterirdischen Outfits der Kandidatinnen mit witzigen Sprüchen. Sätze wie „Nein, nimmt die das? Nimmt die das wirklich?“ und „also ich hab‘ ja Punkte-Sperre“ sind unter den Fans der Sendung legendär. Das Besondere: Trotz der teilweise harten Kritik ist ihm selten jemand böse. Warum? Weil er mit seinen Urteilen recht hat und verbal nie unter die Gürtellinie schlägt. Darin könnte schon ein Aspekt des alle-lieben-Guido-Phänomens liegen: Er ist ehrlich und authentisch, gefühlt einer von uns.

Alle_lieben_GuidoDieses Gefühl von Zugehörigkeit ist vielleicht auch deshalb etwas Besonderes, da Herr Kretschmer im „echten“ Leben erfolgreicher Modedesigner ist. Die meisten seiner Kreationen sind für den normalen Geldbeutel nicht gerade erschwinglich. Doch im Gegensatz zu Karl Lagerfeld oder anderen Kollegen hat Guido so gar keine Starallüren. Politisch ausgedrückt: er ist bürgernah. Mit Shopping Queen stieg er vom für die Massen unbekannten Designer zum kommerziellen Medienstar auf.

Seitdem geht es steil nach oben. Bereits im Herbst 2013 saß Guido in der Jury des RTL-Supertalents und auch momentan ist er dort wieder zu sehen. In der “hochkomplexen“ Zusammensetzung der Jurorengruppe nimmt Guido die Rolle des Niveaus ein (trotzdem aber publikumsnah versteht sich). Wobei – neben Dieter Bohlen besonders kultiviert zu wirken, ist selbstverständlich keine hohe Kunst.

Von seinem so positiven Image will nun auch die Werbeindustrie etwas abhaben. Als Werbegesicht im aktuellen Spot von Actimel zeigt sich Guido beim allmorgendlichen Start in den Tag. Gekonnt verkörpert er, dass das kleine, weiße Fläschchen ihn fit und gesund hält.

Bei so viel Aufmerksamkeit und Angeboten gilt es jedoch aufzupassen. Tanzt man gleichzeitig auf zu vielen Hochzeiten, kentert das Boot der Beliebtheit schnell. Eine mediale Guido-Overdose könnte dazu führen, dass man ihn für geld- und aufmerksamkeitsgierig hält. Nach eigenen Mode-Ratgebern und erschwinglicheren Fashion-Linien für die Fans dürfte das Konto des Designers eh reichlich gefüllt sein. Weitere Aufträge entgegen zu nehmen wäre daher riskant. Als Tipp: Lieber Klasse statt Masse.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30. November 2014 von in Allgemein, Aufgefallen und getaggt mit , , , , , , , .

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