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Freundschaftstester Joko & Klaas?

6.12.2014, Premiere auf ProSieben: In „Mein bester Feind“ unterziehen sich Joko und Klaas nicht mehr selbst abstrusen Challenges, sondern lassen das beste Freunde erledigen.

Von Antonia Brunet

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Eigentlich ist „Mein bester Feind“ ein alter Hut und lief bereits x-Mal im Rahmen von „Circus HalliGalli“. Aber Joko und Klaas, die beiden Topstars von ProSieben, müssen eben gezeigt werden, so lange sie auf ihrem Zenith sind – bei „Circus HalliGalli“, „Joko vs. Klaas – Das Duell um die Welt“ und Werbung für Sparkasse oder das neue iPhone wird man sich ja irgendwann satt gesehen haben. Die Jungs haben es nicht leicht: Neben den Quoten-Hoffnungen von ProSieben ruhen auf ihren Schultern die Hoffnungen der deutschen Fernsehlandschaft. Spätestens seit sie 2014 den Grimme-Preis gewonnen haben, sind sie in den Olymp der deutschen Moderatoren und Entertainer aufgestiegen. Auf Twitter wird sogar gejubelt: „Eine Woche vor dem Tod von #WettenDass entsteht aus der Asche der Samstagabendshow neues Leben: #MeinBesterFeind“. Doch was ist in diesen vier Stunden am Nikolausabend eigentlich genau passiert?

Für die Sendung unterziehen sich beste Freunde einer Prüfung – ganz im Sinne von „Halte deine Freunde nah und deine Feinde näher“. Das Absurde: Damit einer der beiden Freunde einen Fernseher und ein Trashgeschenk bekommt, muss der andere sich quälen. Da wird unter einem Eisberg hindurch getaucht, über einem 1.000 Meter tiefen Abgrund geschaukelt oder mit dem Auto Bungee gejumpt. Die Aufgaben sind also vergleichbar mit denen bei „Joko vs. Klaas – Das Duell um die Welt“ – nur dass dieses Mal nicht das prominente TV-Duo leidtragend ist, sondern die Freunde. Vier Freundespärchen sowie zwei beste Freunde aus dem Studio meistern jeweils ihre Aufgabe und müssen in der Sendung noch das „Endgame“ überstehen. ProSieben hat einen Parcours aufgestellt; Sieger wird das Pärchen mit der besten Durchlaufzeit – Bild_01wer Joko und Klaas kennt, kann sich jedoch vorstellen, dass dieser seine Tücken hat. Unter sozialem und zeitlichem Druck versucht der „ausführende“ Freund Rechenaufgaben zu lösen, während HP Baxxter aka Scooter Zahlen brüllt. Als weitere Aufgaben gilt es, Videos anzuschauen ohne zu Lachen oder sich ein Tattoo stechen zu lassen. Am Ende gewinnt das Freundschaftspaar Max und Tim aus Leipzig und geht mit einem alten Porsche 911 und einem betrunkenen, skateboardenden Esel auf dem Fuß nach Hause.

Unklar bleibt für mich, warum man als nicht pubertärer Mensch solche TV-Mutproben bestehen möchte und für seinen angeblich besten Freund den Kopf hinhält. Joko und Klaas haben es aber vor allem durch den Studio Parcours geschafft, Spannung aufzubauen und mit „Stargästen“ wie Roberto Blanco oder Scooter für witzige Situationen zu sorgen.

Der Plan von ProSieben, am Samstag Abend nicht nur mit Stefan Raab und seinen Shows, sondern auch häufiger mit Joko und Klaas zur Primetime für Quote zu sorgen, ist bei der Premiere nicht ganz aufgegangen: Nur 1,01 Millionen Zuschauer bei der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sahen „Mein bester Feind“ – ProSieben zwitschert es sich schön. Aber vielleicht gehen die Zuschauerzahlen ja im neuen Jahr hoch, wenn Joko und Klaas am 3. Januar 2015 wieder Freundschaften unter die Lupe nehmen.

Über Antonia Brunet

“Lieber Wochen- als Tageszeitung: Ausgiebig und ganz ohne Zeitdruck. Lieber Print- als Onlinemedien: Haptik rockt! Lieber Special Interest Zeitschriften als Sensationen für die Masse: Ich blättere in Dogs, deli & Co. Lieber private als öffentlich-rechtliche Sender: TV mit Unterhaltungswert.”

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. Dezember 2014 von in Allgemein, Gesehen und getaggt mit , , , , .
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