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Information is beautiful

Datenanalyse – das klingt für die meisten von uns nicht besonders cool. Dass vermeintlich starre Zahlen doch wunderschön aufbereitet werden können, zeigt der Blog Information is Beautiful.

Von Melissa Raupach

Die Mission hinter der „Datenverschönerung“ ist simpel. Es soll gezeigt werden, dass alle Daten über uns und unsere Welt in interessante, nützliche und (der Name ist Programm) schöne Visualisierungen gepackt werden können.

Hinter diesem Projekt steht der britische Data-Journalist und Information-Designer David McCandless. Der Londoner hat früher für The Guardian und Wired geschrieben. Heute widmet er sich ganz dem Datendschungel dieser Welt. Nach eigenen Angaben, weil man viele Themen durch designed information besser erklären könne. Auch ohne viele Worte.

Wer jetzt die üblichen Kuchendiagramme erwartet, liegt aber falsch. Die kann McCandless gar nicht leiden („i love pie, hate pie-charts“). Seine Darstellungen sind kreativ und erfrischend und das nicht auf Kosten von Niveau und Aussagekraft. Thematisch widmet sich der Blog durchaus komplexen Sachverhalten. Beispielsweise der Anlegung eines Stammbaums, der die unterschiedlichen islamischen Glaubensrichtungen, sowie deren Anteil in verschiedenen Ländern illustriert. Heruntergeschrieben in einem Text wäre das sicher nicht so einprägsam und verständlich wie in dieser Grafik.

Common Myth ConceptionsNatürlich werden auch die etwas nerdigen Fun-Facts visualisiert. Die „Common MythConceptions“ (kürzlich auch in einem ZEIT ONLINE Artikel thematisiert) klären die populärsten Falschannahmen der westlichen Welt auf. Zum Beispiel, dass die Chinesische Mauer nicht vom All aus zu sehen ist und Napoleon seinerzeit sogar überdurchschnittlich groß war. Eine weitere Annahme, die hauptsächlich unter US-Amerikanern kursiert, wird ebenfalls gesprengt: Dort glauben fast 41%, dass Dinosaurier und Menschen zur gleichen Zeit gelebt haben. Klingt cool, stimmt aber leider nicht. Wir haben uns knapp verpasst (um circa 63 Millionen Jahre!!).

Bei all dem Spaß an Designfragen und Darstellungsformen sind Daten trotzdem ein sensibles Thema. Korrektheit sowie Nachvollziehbarkeit sind wichtige Voraussetzungen. Transparenz versucht Information is Beautiful dadurch zu erreichen, dass die Quellen in google spreadsheet Tabellen online einzusehen sind.

Trotzdem ist Information is Beautiful kein wissenschaftlicher Blog nach höchstem Standard. Der Fokus liegt klar auf Optik und innovativen Darstellungstypen. Das ist aber nicht weiter tragisch. Durch das schicke Design spricht die Seite vor allem auch Nicht-Statistik-Fans an. Bleibt abschließend eigentlich nur noch zu sagen, dass Daten wirklich ganz cool sein können.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12. Dezember 2014 von in Allgemein, Aufgefallen und getaggt mit , , , , , .
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