Munich Media Watch

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2014 mit der ARD

Die ARD und ihr werbefreier Sprint durch das Jahr 2014.

Von Stephanie Herkenroth 

Nach den Jahresrückblicken von ZDF und RTL war es gestern dann auch Zeit für die ARD, uns ihre Version von 2014 zu zeigen. Pünktlich um 20:15 Uhr begann die (rasante) Reise durch das aktuelle Jahr. Ohne Werbung. Und mit dem Tagesthemen-Duo Caren Miosga und Thomas Roth.

Als Einstieg erhielt der Zuschauer einen groben Überblick an Themen, die dieses Jahr von Bedeutung waren. Und zwar im Schnelldurchlauf. Kaum hat man sich an die Rettung des Höhlenforschers Johann Westhauser erinnert, wird man schon mit dem deutschen Astronaut Alexander Gerst konfrontiert. Hoeneß durfte an dieser Stelle natürlich auch nicht fehlen.

Kicker-Szene bei der ARDAm Ende der Karussellfahrt erwartete den Zuschauer dann ein etwas ungewöhnliches Bild für das Erste Deutsche Fernsehen. Das Moderatorenteam am Kicker – Symbol für welches Ereignis des Jahres? Ja, Sie ahnen es bereits: Die Fußball-Weltmeisterschaft. Ein Jahresrückblick 2014 ohne Fußball –  unvorstellbar… Als erstes großes Thema wird der Nationalelf jedoch genau die richtige Portion an Aufmerksamkeit zuteil. Nicht zu viel, um die Uninteressierten zu langweiligen, aber gerade noch ausreichend, um das grandiose Gefühl der WM abermals aufleben zu lassen. 1:0 für die ARD.

Es folgt ein kurzer, recht oberflächlicher Beitrag über die diesjährigen YouTube-Stars LeFloid und Gronkh, bevor Roth im Tonfall eines Geschichtenerzählers das Jahresthema einleitet: Ebola. Die Idee von Studiogästen ist in der Theorie ganz schön. Jedoch verbietet das 45-minütige Zeitkorsett dem eingeladenen Vertreter von Ärzte ohne Grenzen sich in mehr als einem Satz über die Lage in Afrika zu äußern. Etwas schade.

Weitere Themen waren der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, der Machtzuwachs des Islamischen Staates sowie die Frage: Wo steht Deutschland im Kampf gegen den internationalen Terrorismus? Darauf versucht Caren Miosga im Gespräch mit Frank Walter Steinmeier eine Antwort zu finden. Der Informationsgehalt dieser Unterhaltung im Berliner Bode-Museum ist jedoch gering.

Robin Williams beim ARD JahresrückblickZurück im Nachrichtenstudio soll der gezeigte Ausschnitt von Robin Williams im Film „Club der toten Dichter“ als Auftakt für die Würdigung verstorbener, berühmter Persönlichkeiten dienen. Unterlegt mit dem melancholischen Lied „Una Mattina“, aus dem Film „Ziemlich beste Freunde“, entsteht Gänsehaut-Feeling. Lediglich der Kommentar von Thomas Roth zu Beginn lässt ein kurzes Schmunzeln zu. Er erinnerte die Zuschauer noch einmal daran, dass Caren Miosga den Tod von Robin Williams im August als Anlass nahm, um selbst auf das Nachrichtenpult zu klettern. Diesmal verlief der Abschied jedoch ganz gesittet, im Lounge-Sessel.

Um den Zuschauer nicht mit bedrückenden Gedanken zu entlassen, bildeten die Feierlichkeiten anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren den Abschluss dieses Jahresrückblicks. Mit drei persönlichen Geschichten ging Thomas Roth auf Spurensuche, um eine persönliche biografische Lücke zu schließen. Der Moderator befand sich, eigenen Angaben zufolge, am 09.11.1989 nämlich in Südafrika.

Doch was bleibt hängen? Eine Sache gewiss: 45 Minuten waren eindeutig zu kurz, um dem Jahr 2014 gerecht zu werden. Ein entspanntes Zurücklehnen war leider zu keinem Zeitpunkt möglich. Schuld daran waren auch die schnellen Schnitte sowie Überblendungen zwischen Fotos und Nahaufnahmen des jeweiligen Moderators. Schade eigentlich, da Potenzial vorhanden gewesen wäre. Die Studiogäste hätten sicher interessante Hintergrundinformationen fernab der typischen Nachrichtensendung gehabt, wenn man sie nur hätte reden lassen. Aber wie sagt man so schön: Neues Jahr, neues Glück!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 16. Dezember 2014 von in Allgemein, Gesehen und getaggt mit , , , , , , .

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