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Fit ins neue Jahr!

Wie Fitness-Zeitschriften uns Ladies für das neue Jahr in Form bringen wollen.

Von Melissa Raupach

Das neue Jahr steht kurz bevor und damit verbunden oft auch eine persönliche Liste von guten Vorsätzen, die es abzuarbeiten gilt – so zumindest die Idee. Neben Vorsätzen wie mit dem Rauchen aufzuhören oder gesünder zu essen, ist mehr Sport zu treiben und somit fitter zu werden ein häufiger Veränderungswunsch. Mit der Traum-Bikinifigur für die Sommermonate im Blick wäre es ja schlau, schon frühzeitig mit dem Training anzufangen. Die Fitness-Magazine werben deshalb auf ihren Covern mit Tipps und Plänen, wie man im neuen Jahr seinen Traumbody erreichen kann.

Fit ins neue JahrDie Women’s Health beispielsweise titelt: „Neustart 2015: So kommen Sie in Bestform“. Klingt gut,  aber auf der besagten Seite 20 wird man durchaus enttäuscht. Denn die nächsten zwölf Seiten bewerben lediglich die 100-Tage-Challenge von Women’s Health, bei der neun angebliche Leserinnen einen passenden Workout-Plan bekamen und dann 100 Tage brav trainierten. Sophie, Ärztin und Mutter von zwei Kindern, fühlt sich jetzt durch den ganzen Sport viel gelassener. Das ist schön für Sophie, aber was ist mit der Leserin, die wissen wollte, wie sie fitter wird? Als Scheininhalt zeigt Sophie auf einer Mini-Fotostrecke ihre Lieblingsübungen. Dann berichten die anderen acht Teilnehmerinnen ganz persönlich von ihrem Training und den super Erfolgen. Natürlich immer mit Vorher-Nachher-Bildern, um zu zeigen, wie schlank die Damen jetzt sind. Das versprochene Training existiert im Heft jedoch nicht und das auch mit Grund. Denn am Ende des Artikels wird die „Women`s Health 100-Tage-Training ohne Geräte“-App beworben. Die kostet 5,99 Euro. Ziemlich frech, auf dem Cover einen redaktionellen Inhalt anzukündigen, den es im Heft nicht gibt, sondern nur in einer kostenpflichtigen App.

Das Geschäft mit den guten Vorsätzen hat auch die Zeitschrift SHAPE längst erkannt. In der aktuellen Januar/Februar Ausgabe widmet sie sich neuen Herausforderungen für das kommende Jahr. „5 Klimmzüge machen“ oder „Die Krähenposition im Yoga schaffen“ geben die Dimensionen dieser Challenges gut wider. Auch hier kann man sich durchaus veralbert vorkommen. Denn mit diesen wahllosen Übungen alleine wird man gewiss nicht sportlicher.

Allgemein strotzen diese Hefte nicht besonders vor qualitativ hochwertigen Inhalten. Alles ist schön bunt. Die Models schauen so aus, wie man selbst gerne aussehen würde. Es wird suggeriert, dass man alles schaffen kann, was man möchte – man muss nur motiviert sein. Genau darin liegt der größte Mangel dieser Hefte: Sie motivieren kein bisschen. Wer Langeweile hat, kann sie sicherlich mal durchblättern. Darin jedoch einen Guide für die neuen sportlichen Vorsätze zu suchen? Geldverschwendung!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 31. Dezember 2014 von in Allgemein, Gelesen und getaggt mit , , , , , , , .

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