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Was zum Teufel ist das?! – Das uns rätselhafte Japan

Alice Gordenker liefert in ihrer The Japan Times-Kolumne “So, What the Heck is That?”  sorgfältig recherchierte Erklärungen zu Dingen, die Ausländern in Japan mysteriös vorkommen.

Von Vera Dünninger

Andere Kultur, andere Sitten. Von andersartigen Essgewohnheiten und Tischmanieren in Asien hat der ein oder andere Bewohner der westlichen Welt schon gehört, wenn er sie nicht sogar auf Reisen am eigenen Leib erfahren hat. Doch es gibt noch viele andere außergewöhnliche Phänomene der asiatischen Lebensart, vor allem in Japan, die dem Großteil von uns wohl unbekannt sind.

Warum zum Henker wird der Kaffee in Japan so oft ‘falsch’ herum gedreht auf der Untertasse serviert, sprich mit dem Henkel links? Denn dies zwingt den rechtshändigen Kunden die Tasse um 180 Grad zu wenden, um sie anheben zu können. Und warum wird der Löffel vor der Tasse serviert?!

Was genau hat es damit auf sich? Handelt es sich hier um eine spezielle Praxis der Tee-Zeremonie oder doch um einen alten Brauch. Maike ist irritiert, denn in Deutschland wird der Tee dem Gast anders vorgesetzt. Mit dem Löffel hinter der Tasse und einem nach rechts gedrehten Henkel.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, welche Rätsel sich Zugezogenen in Japan auftun.

Der aus Kanada stammende Allan fragt sich, was zum Teufel es mit den Japanern, die medizinische Gesichtsmasken tragen, auf sich hat. Denn im Westen wird so was nur von Ärzten oder anderen im Gesundheitssektor Tätigen getragen. Sind diese Masken denn wirklich effektiv und schützen den Asiaten davor sich zu erkälten? Beträte man im Heimatland des Anfragers mit einer Maske im Gesicht einen Laden, würden Außenstehende den Maskierten für einen Räuber halten und die Polizei alarmieren.

Und Bernard, der derzeit In Tokyo lebt, möchte nur zu gerne wissen, weshalb das zu begleichende Bargeld in Banken, Restaurants und Geschäften auf eine Art kleines Tablett aus Leder oder Plastik gelegt wird, anstatt es dem Angestellten, Kellner, Kassierer direkt in die Hand zu drücken. Wie heißen diese ‘Servierbretter’? Woher kommen und wozu dienen sie? Einer der Gründe soll hier schonmal verraten werden. “Japanese prefer not to touch other people’s hands and the try creates desirable distance.”

Auf ihren englischsprachigen Kolumen basierend, veröffentlichte Gordenker das Buch Surprising Japan. Zielgruppe sind englischlernende Studenten aus Japan. Doch weshalb sollten Einheimische eine amerikanische Journalistin brauchen, um ihnen Infos über ‘ihre’ Kultur zu liefern? Begründung ist folgende: “most Japanese students have never been abroad and lack perspective about what is interesting or different about their country, and few textbooks address the topic of cultural differences in a comprehensive manner and are rarely Japan-specific.”

Eine ‚Aufklärungsreihe‘, wie die der in Tokio erscheinenden Tageszeitung, fehlt noch in Deutschland. Denn auch bei uns, vor allem wohl in Bayern, gibt es eine Reihe an Phänomenen, die ‚Zuazogenen‘ rätselhaft vorkommen dürften, wie beispielsweise das Nacktbaden am Flaucher oder das Mitbringen der eigenen Brotzeit im Biergarten.

Über Vera Dünninger

Meinen Tag beginne ich am liebsten mit der Seite Drei der SZ. Was gibt es Schöneres, als eine Tasse Milchkaffee und eine gut recherchierte Reportage am Morgen? Ansonsten bin ich politisch überzeugte Leserin der taz und ihres französischen Pendants, der Libération. Ich mag es, wenn der Mensch im Mittelpunkt des Journalismus steht!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 26. Juni 2015 von in Gelesen und getaggt mit , .

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