Munich Media Watch

Uns bewegt, was Medien bewegt.

Kunst im Teletext

Neben Nachrichten, dem Fußballergebnis oder Programminformationen wird es vom 13. August bis 13. September 2015 im Teletext kreativ: Im Rahmen des Internationalen Teletext Art Festivals ITAF bringen 15 Künstler schrille Pixelkunstwerke in unser Wohnzimmer.

Von Antonia Brunet

HeaderStatt nur zu twittern wird der Teletext jetzt also auch zum Museum! Da fragen wir uns natürlich: Ist das Kunst oder kann das weg? Die grellen, pixeligen Bilder erinnern auf Anhieb an Tetris – schrullig und wie aus einem längst vergangenen Jahrzehnt. Aber vielleicht soll ja genau dieser Hauch von Retro für Erfolg sorgen, Vintage ist ja bekanntlich hip.

Unter dem Motto „Stay home!“ bringen ARD Text, ORF TELETEXT, Schweizer TELETEXT und Arte eine der größten Kunstaktionen weltweit direkt auf die heimische Couch. Noch bis zum 13. September werden in Deutschland über den ARD Text ab Seite 801 die Bilder von 15 Künstlern aus Deutschland, Norwegen, Österreich, Schweden, den USA, Finnland und Japan übertragen. Rein technisch betrachtet muss dabei weniger mehr sein: Den Künstlern stehen lediglich 25 Bildzeilen mit je 40 Zeichen und den Farben rot, grün, gelb, türkis, blau, pink sowie schwarz und weiß zur Verfügung. Wer es richtig Rich-Oglesby---Signalkrachen lassen möchte, baut noch ein Blinken ein. Die ausgestrahlten Bilder reichen dabei von knallig-abstrakten Pixelwelten wie „Take Care“ von Emilie Gervais bis hin zu meinem eher puristischen Lieblingsmotiv „Signal“ von Rich Oglesby, das auf so viele Situationen passt. Kurz: Bei Landschaften, Gesichtern, Tieren, geometrischen Formen und Sinnsprüchen ist so ziemlich für jeden Geschmack ein Teletext-Kunstwerk dabei.

Das ITAF wurde 2012 von der finnischen Künstlerkooperative FixC ausgerufen. Ihr Ziel? Die kreativen Aspekte des Teletextes zu erforschen. Klingt ehrgeizig, aber die Künstlerinnen und Künstler, die dem Ruf von Kurator Juha van Ingen aus Helsinki folgen, haben 2014 laut ZEIT alleine auf ARD und ORF eine Millionen Menschen erreicht. Da dürfte so manches Museum (wofür man sein Haus tatsächlich verlassen muss) neidisch werden.

Und was machen jetzt Futuristen ohne Fernseher? Während des ITAF ziehen der Teletext und die Konkurrenz aus dem NetzEmilie-Gervais---Take-Care- an einem Strang: Zusätzlich zur offiziellen Website gibt es auch einen Tumblr-Fotoblog, der die Zuschauer aufruft, ihre „Besucherbilder“ zu teilen. Die Teletext-Kunst wird von 3. bis 7. September 2015 auch auf dem Ars Electronica Festival in Linz ausgestellt.

Über Antonia Brunet

“Lieber Wochen- als Tageszeitung: Ausgiebig und ganz ohne Zeitdruck. Lieber Print- als Onlinemedien: Haptik rockt! Lieber Special Interest Zeitschriften als Sensationen für die Masse: Ich blättere in Dogs, deli & Co. Lieber private als öffentlich-rechtliche Sender: TV mit Unterhaltungswert.”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 28. August 2015 von in Allgemein, Aufgefallen und getaggt mit , , , , , .
%d Bloggern gefällt das: