Munich Media Watch

Uns bewegt, was Medien bewegt.

Kollegen-Test

Anfang des Jahres ging mit Übermedien das erste medienkritische Angebot mit Bezahlschranke an den Start. Zeit, mal einen Blick auf das Angebot der Kollegen zu werfen.

Unbenannt

von Julia Anton

Die Beiträge sowohl für die Branche als auch für ihre Leser schreiben – und davon leben zu können, ist das Ziel von Stefan Niggemeier (BILDblog) und Boris Rosenkranz. Die Kosten sind mit 3,99 € pro Monat dabei relativ überschaubar. Wer nicht zahlen möchte, kann nach 7 Tagen alle Beiträge kostenlos im Archiv nachlesen. Darunter: Interviews mit Medienschaffenden, Erfahrungsberichte von Journalisten, die Aufarbeitung von Berichterstattung und die Rekonstruktion von Falschmeldungen. Stets mit dabei: Ein leicht ironischer Unterton.

Beschäftigt wird sich nach Möglichkeit mit allen Medien: Eine Kolumne zum Thema Internet sowie eine wöchentliche Zeitschriftenblattkritik, Zusammenschnitte aus der Fernsehberichterstattung (hier lässt man das Medium meist für sich sprechen, sehr schön!) oder Titelseiten.

Etwas mehr könnt’s schon sein

Bisher kommt etwa ein Beitrag am Tag, von den Gründern selbst oder von Gastautoren. An sich in Ordnung, zum einen möchte man als Leser nicht überflutet werden, zum anderen kritisieren die Autoren gerne die Desinformation in etablierten Medien (wie in diesem Video). Liegen geblieben ist momentan aber wohl die Rubrik +++ Gutes Live +++, in der auf besonders spannende, gut recherchierte und informative Medienbeiträge aufmerksam gemacht wird. Ist das wirklich schon drei Wochen her, dass es etwas Sehens- bzw. Lesenswertes gab?

Toll fand ich: Die Innenansicht eines Click-Bait-Journalisten, die Interviews und die Wetterkritik von Jörg Kachelmann sowie den Blick auf Nicht-Mainstream-Medien, wie die DWN. Weiteres Plus: Kommentare werden beantwortet.

Etwas fad hingegen: Die Blattkritik zur Vogue . Ein Mann, der ein Hochglanzmagazin für Frauen durchblättert und langweilig findet – da fehlt mir dann doch der Mehrwert. Lieber neue Zeitschriften vorstellen! Der Spruchbildbeantworter ist zwar witzig, hat aber mehr mit Teenies auf Instagram als mit Medien zu tun.

Unbenannt

Hier und da hakt’s noch: Die Gründe konnte man dann immerhin auf der Facebook-Seite nachlesen.

Mir sind es die 3,99 € im Monat wert, zu sehen, wie es mit dem Projekt weiter geht – natürlich auch mit der Hoffnung, dass es mal selbstverständlich wird, für journalistische Angebote zu zahlen.

Über Julia Anton

22, 55. Lehrredaktion an der DJS/LMU.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 7. April 2016 von in Allgemein, Aufgefallen, Gelesen und getaggt mit , , , , , , .

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