Munich Media Watch

Uns bewegt, was Medien bewegt.

Ein bisschen Selbstkritik – und dann?

Zwei Monate nach der Amoknacht in München haben Autoren der SZ die Geschehnisse in ihrer Multimedia-Reportage „Timeline der Panik“ lesenswert aufgearbeitet.

von Julia Anton

Am 22. Juli 2016 erschoss ein Amokläufer in München zehn Menschen, vier weitere verletzte er. Trotzdem zählt die Bilanz des Abends weitere 32 Verletzte. Gerüchte von weiteren Schießereien an verschiedenen Plätzen in der Münchner Innenstadt lösten Panik aus – Menschen rannten in Panik davon, stürzten, schnitten sich an Glas, brachen sich Knochen.

Verbreitet wurden die Gerüchte über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook, über WhatsApp – und auch über die Medien. Live-Ticker und Sonderberichterstattungen griffen Tweets und Berichte von Gerüchten auf – zwar mit dem Hinweis, es handle sich um nicht verifizierte Informationen, aber das spielt für den Leser meist nur eine geringe Rolle.

Die SZ hat sich der Enstehung und der Verbeitung der Gerüchte in der Multimedia-Reportage „Timeline der Panik“ gewidmet. Mit Hilfe von Tweets, Nachrichtenausschnitten, Bildern und Erfahrungsberichte rekonstruieren die Autoren packend die Angst der Münchner.

Dabei bitten sie auch Journalisten und Urheber von viel beachteten Meldungen in sozialen Netzwerken, sich zu ihren Nachrichten zu äußern. Die Autoren zeichnen so ein Bild von einer chaotischen Nacht, in der alles nur eins wollten: helfen, und doch vieles schlimmer gemacht haben. Auch die SZ selbst hat das Gerücht von Schüssen am Stachus erst spät dementiert, räumt man hier ehrlich ein.

Timeline der Panik“ hilft, zu verstehen, wie die Panik entstand und sich verbreitet hat und berücksichtigt auch die Rolle der Medien dabei. Dennoch fehlt insgesamt eine wichtige Frage: Wie könnte man zukünftig mit so einer Situation umgehen? ARD-Terror-Experte Schmidt wurde als einziger dazu gefragt: „Das ist eine schwierige Frage“, sagt er. Zweifellos, deshalb braucht es neben der Aufarbeitung auch einen Diskurs, was besser gemacht werden könnte – auch außerhalb der Redaktionen.

 

 

Über Julia Anton

22, 55. Lehrredaktion an der DJS/LMU.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. Oktober 2016 von in Allgemein, Gelesen und getaggt mit , , , , , .

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