Munich Media Watch

Uns bewegt, was Medien bewegt.

Zum Schmunzeln: Deutschland vs. Frankreich

Die Sport-Redaktion der Libération hat sich zum WM-Viertelfinale Deutschland-Frankreich mal was anderes überlegt (Vergleichskriterien, wie den Verzehr von Würstchen), als die üblichen Stärken-Schwächen-Analysen der beiden Nationalteams, wie wir sie nur allzu gut kennen. Sei es eine banale Vorschau zum Spiel (Die Zeit) oder das Vorstellen einer Statistik (Die Welt) zu Werten des bisherigen Turnierverlaufs (Tore, Gegentore, Durchschnittsalter usw.).

Von Vera Dünninger

Um Frankreich und Deutschland miteinander zu vergleichen, stellte die französische Tageszeitung Kriterien in Piktogrammen auf. Jedoch keine Kriterien – das versteht sich von selbst – wie sie im Vertrag von Maastricht aufgeführt sind. Man zeigte sich hier besonders kreativ. Doch in welchen Merkmalen sind die Deutschen den Franzosen denn nun überlegen?

  • bei der Anzahl an Partnern im Laufe eines Lebens
    D: 13; F: 11,1
  • beim Außenhandel (gemessen in Milliarden Euro, im Jahr 2013)
    D: 200; F: -61,2
  • bei der Arbeitszeit (in Stunden pro Jahr)
    D: 1.847; F: 1.661
  • bei der Bevölkerungsanzahl (in Millionen, im Jahr 2013)
    D: 80,4; F: 65,8 (die Franzosen könnten uns aufgrund ihrer höheren Geburtenrate bald einholen)
  • in Sachen Pressefreiheit (weltweite Einstufung der Reporter ohne Grenzen, im Jahr 2014)
    D: 14.Platz; F: 39. Platz (sehr bedeutend für Kommunikationswissenschaftler)
  • bei der geringeren Anzahl an Häftlingen (Inhaftierungsrate pro 100.000 Einwohner, im Jahr 2011)
    D: 85; F: 102
  • in der Formel 1 (wir können nicht nur Fußball spielen) (Anzahl der Siege)
    D: 147; F: 76
  • bei der Nutzung des Fahrrads als Fortbewegungsmittel (Anteil der Radler an Gesamtbevölkerung)
    D: 15%; F: 3%
  • beim Verzehr von Würstchen (Konsum in kg pro Jahr)
    D: 59,1; F: 36,8

Die Daten belegen also: Wir können nicht nur besser Fußball spielen als die Franzosen (zumindest holten wir im WM-Viertelfinale einen knappen Sieg), sondern haben noch ganz andere Qualitäten. Wie man es von einer linksliberalen Zeitung jedoch nicht anders erwartet, gibt es bei diesem Duell keinen Gewinner. In diesem Match sind (anders als im Fußball) beide Nationen Sieger.
Seht hier die Vorzüge der Franzosen.

 

 

Über Vera Dünninger

Meinen Tag beginne ich am liebsten mit der Seite Drei der SZ. Was gibt es Schöneres, als eine Tasse Milchkaffee und eine gut recherchierte Reportage am Morgen? Ansonsten bin ich politisch überzeugte Leserin der taz und ihres französischen Pendants, der Libération. Ich mag es, wenn der Mensch im Mittelpunkt des Journalismus steht!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 5. Juli 2014 von in Aufgefallen und getaggt mit , , , , .

Facebook

%d Bloggern gefällt das: